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Corona Wohnmobil Informationen

Beim Wohnmobil gibt es in Zeiten des Corona-Virus einiges zu beachten. Wir möchten auf dieser Seite aktuelle Informationen für Reisemobil-Besitzer und -mieter zusammentragen. Wichtiger Hinweis: Diese Seite ist in Rücksprache mit einem niedergelassenen Mediziner entstanden. Wir selbst sind weder fachlich kompetent noch in irgendeiner Weise befugt oder befähigt, medizinische Ratschläge oder Beratungen zu erbringen. Das Gleiche gilt für juristische Aussagen. Alle Informationen haben daher rein informellen Charakter ohne jegliche Gewähr für Richtigkeit oder Vollständigkeit.

Update: 08.05.2020

Nach den aktuellen Beschlüssen der Regierungsgremien (Bund und Länder) vom letzten Mittwoch gibt es nun endlich wieder Hoffnung auf (halbwegs) entspannte Wochenend- oder Ferienfahrten mit dem Wohnmobil – zumindest in deutschen Urlaubsgebieten. Zwar bleiben Kontakt-, Abstands- und Hygieneregeln weiterhin fast unverändert in Kraft, aber immerhin scheint für den Urlaubssommer endlich wieder ein Licht am Ende des Tunnels.
 
Schade ist, dass es keine bundesweit einheitlichen Regelungen bzgl. der anstehenden bzw. bereits jetzt bestehenden Lockerungen im Reisemobil- und Campingtourismus gibt. So bleibt im Moment nur eine doch recht mühsame Recherche, was denn nun ab wann in welchem Bundesland unter welchen Bedingungen und Auflagen und zu welchen Preisen möglich ist.

Bevor Ihr spontan und unvorbereitet mit Eurem Mobil (gemietet oder mit dem eigenen) ins Urlaubsglück startet (so sehr wir das auch verstehen könnten), informiert Euch möglichst umfassend, was geht! Nichts ist unangenehmer, als wenn der ersehnte Urlaubs- oder Erholungstripp dann während der Fahrt letztlich doch an der Unwissenheit bzgl. bestimmter Formalitäten oder Voraussetzungen scheitert.

Selbst bei gut gemachten Übersichtsseiten (z.B. bei > Merkur.de) fehlen häufig entscheidende Kriterien. So werden beispielsweise konkret auf dieser Seite die Campingplätze in Mecklenburg-Vorpommern als wieder geöffnet beschrieben. Dass man dort aber z.Z. nur übernachten darf, wenn man seinen ständigen Wohnsitz auch in diesem Bundesland hat, wird nicht erwähnt. Also nochmal: erst informieren, dann losfahren, sonst kann es böse und ggfs. auch recht kostspielige Überraschungen geben!

Eines gilt jedoch bereits jetzt sehr einheitlich: Die Übernachtungspreise, auch und gerade auf Campingplätzen, sind aufgrund der schon jetzt sehr hohen Nachfrage deutlich gestiegen.

Immerhin: es deutet sich an, dass auch die Grenzen zu unseren für Wohnmobilisten sehr begehrten Nachbarländern in absehbarer Zeit wieder durchlässiger für Wohnmobilurlauber werden. Wir sind (wahrscheinlich zusammen mit Euch) gespannt, wie es weiter geht.

Wir beiben für Euch am Ball… 🙂

Update: 15.04.2020

Mit dem heutigen Beschluss der Bundesregierung bleiben alle aktuellen Maßnahmen (Kontaktverbote, Reisen zu touristischen Zwecken, Abstandregeln etc.) bis einschließlich 03.05.2020 in Kraft. Auch wenn kleinere Lockerungen vorgenommen wurden, sind diese für uns Wohnmobilisten derzeit nicht von Belang, da wir ohnehin zuhause bleiben müssen.

Thema überzogener TÜV-Termin (siehe auch Absatz unten): Inzwischen wurden Polizei und Ordnungbehörden angehalten, Überziehungen von mehr als 2 Monaten bis zu 4 Monaten nicht mehr mit einem Ordnungsgeld zu belegen. Wir gehen davon aus, dass sich die Behörden wie empfohlen bis Ende 2020 an diese Vorgaben halten. Die Verpflichtung der Prüfstellen, Fahrzeuge die den Prüftermin mehr als 2 Monate überzogen haben intensiver zu prüfen, bleibt hingegen bestehen – ebenso wie die dann fällige höhere Prüfgebühr.

(Stand der Informationen: 31.03.2020)

Gleich zu Anfang: Wir möchten mit dieser Seite keine Hysterie (Stichwort „German Angst“) auslösen. Andererseits sind gerade wir vom „fahrenden Volk“ in einer besonderen Verantwortung, den Erreger nicht sorglos von A nach B zu transportieren und damit andere zu gefährden – wir sind halt viel unterwegs. Deshalb lasst uns unserer Verantwortung gerecht werden.

Wohnmobil Informationen zu Corona

Allgemeine Informationen findet man praktisch überall. Wenn es speziell um Wohnmobile geht, wird die Luft schon dünner. Auf diesem Spezialgebiet gibt es leider, wie überall sonst auch, Scharlatane, die aus der Krise und der Not der Menschen Gewinn schlagen wollen, sei es durch gezielte Falschinformationen (Fake-News) oder mit windigen Geschäftspraktiken. Deshalb unser erster Rat:

Informiert euch ausschließlich über seriöse Informationsquellen.
Erste Anlaufstellen für allgemeine Hinweise sind

> Robert-Koch-Institut          > Auswärtiges Amt          > Gesundheitsministerium

Darüber hinaus finden sich bei fast allen örtlichen Behörden und Institutionen qualifizierte und vertrauenswürdige Angaben.

Bevorzugt renommierte Zeitungen, Radio- und TV-Sender als Quellen. Soziale Medien solltet Ihr mit größter Vorsicht genießen – hier wird oft eine Menge dummes Zeug verbreitet!

Wohnmobil-Reisen – aktueller Stand

Ganz gleich, ob mit Bus, Bahn, Flugzeug oder PKW, von Reisen wird derzeit dringend abgeraten, wenn sie nicht zwingend notwendig sind. Das gilt natürlich auch für alle Fahrten mit dem Reisemobil. Also:

! B L E I B T   Z U H A U S E !

Lasst das Wohnmobil stehen und tut es der überwältigenden Zahl der vernünftigen und verantwortungsvollen Mitmenschen/Mitcamper gleich und haltet Euch von anderen fern.

Natürlich ist das schmerzlich, natürlich bedeutet das Verzicht auf das, was uns als Wohnmobilisten als höchstes Gut gilt: Freiheit beim Reisen. Aber mal ehrlich: selbst wenn wir uns aktuell auf Tour begeben dürften, was hieße das in der Praxis: alle Campingplätze geschlossen, Infektionsgefahr an jeder Ecke (z.B. beim Tanken), unsichere Ver- und Entsorgung (Gas, Wasser etc.), verunsicherte Mitcamper, die nicht näher als zwei bis drei Meter herankommen usw. usw. – würde Euch das wirklich Spaß machen?

Wie geht es weiter?

Lasst uns gemeinsam nach vorne schauen! Viele lassen ihr Mobil noch „eingewintert“. Aber es kommt ja auch der Moment, wo es wieder los geht. Waren da nicht noch kleinere Reparaturen, die man schon seit langem vor sich hergeschoben hat? Oder täte es dem Mobil nicht mal wieder gut, wenn man alles gründlich säubert und pflegt? Kann man nicht jetzt schon planen, was man zum verspäteten Saisonstart noch alles braucht und jetzt ein paar Dinge recherchieren und sogar schon online bestellen? Mit ein wenig Kreativität lässt sich die aktuell bei vielen gewonnene Zeit hervorragend für einen schnellen Start im Sommer oder Herbst nutzen.

Hauptuntersuchung – Abgasuntersuchung – Gasanlagenprüfung

Viele von uns Wohnmobilisten betreiben ihr Gefährt mit einem Saison-Kennzeichen, um Versicherungs- und Steuerkosten zu sparen. Macht ja durchaus Sinn, wenn man in der kalten Jahreszeit sein rollendes Zuhause ohnehin in der Garage, einer Halle oder einem anderen geschützten Platz überwintern lässt (siehe auch > Steuern-Versicherungen).

Nun gibt es für viele Wohnmobil-Besitzer, die ein solches Saisonkennzeichen nutzen, ein Problem: Was passiert bei der aktuellen Pandemie-Lage, wenn mein Fahrzeug z.B. im März zum TÜV muss, ich dieses Fahrzeug aktuell gar nicht nutze, aber nach behördlichen Vorgaben trotzdem den „TÜV-Termin“ z.B. im März oder April einhalten soll oder sogar muss? Außerdem: Üblicherweise steht mit diesen vorgeschriebenen Terminen auch die zweijährliche Abgasuntersuchung auf der ToDo-Liste.

Wir haben uns ein wenig umgeschaut. Die bundesweiten Zentralen der bekannten Prüfstellen (TÜV, DEKRA, KÜS etc.) hüllen sich bzgl. der aktuellen Lage in Schweigen, obwohl wir bereits vor mehr als zwei Wochen dort schriftlich angefragt haben.

Unsere heutigen Telefonate mit örtlichen Prüfstellen (Nordrhein-Westfalen) haben folgende Ergebnisse gebracht:

1. Hauptuntersuchung (TÜV)

Der TÜV Rheinland hat nach eigenen Angaben bereits Kenntnis von einer außerordentlichen Einigung (politisch/behördlich; derzeit noch nicht offiziell), dass die bisher ohnehin schadlose Regelung (man dürfte schon immer den HU-Termin um zwei Monate überziehen, es drohten lediglich eine kostenfreie Mängelbescheinigung und die Aufforderung, das Fahrzeug innerhalb von 2 Wochen vorzuführen) nunmehr aufgrund der aktuellen Lage auf 4 Monate Überziehung ohne Bußgelder oder Ordnungsmaßnahmen ausgeweitet würde. Ein Malus: Man werde aber bei einer mehr als zweimonatigen Überziehung einen Aufschlag auf die Prüfgebühr von 12,00 € erheben. Ein Bonus: Die Prüfplakette wird für 24 (12 bei über 3,5t) Monate ab dem konkreten Prüfmonat ausgestellt.

DEKRA und KÜS gaben lediglich den Rat, das Fahrzeug fristgemäß vorzuführen – man habe für die Prüftermine gesundheitlich vorgesorgt – eine recht dünne Auskunft, wie wir finden, die den aktuellen Problemen von uns Reisemobilisten kaum Rechnung trägt.

2. Abgasuntersuchung (AU)

Alle unter 1. genannten Aussagen gelten auch für die zweijährliche Abgasuntersuchung: 2 Monate waren auch bisher ohne Zahlung von Bußgeldern möglich, diese Frist wurde (aktuell mutmaßlich) auf 4 Monate ausgedehnt.

3. Gasanlagen-Prüfung

Welch ein Glück im Unglück: Da die zuletzt üblichen Gasprüfungen nicht mehr haltbar waren, wurde die üblicherweise alle zwei Jahre erforderliche Prüfung der Gasanlage bis zum 01.01.2023 ausgesetzt (siehe auch unsere > News-Trends vom 07.02.2020). Dieses Thema muss also keinen Reisemobil-Besitzer derzeit umtreiben.

Dichtigkeitsprüfung – Inspektionen – Garantie

Viele Besitzer junger Wohnmobile (jünger als ca. 6 oder 10 Jahre) fragen sich, ob die Dichtigkeitsgarantie, die an bestimmte Prüfintervalle und -termine gebunden ist, derzeit aufrecht erhalten bleibt, auch wenn das Fahrzeug situationsbedingt derzeit nicht fristgerecht zur Prüfung vorgeführt wird bzw. werden kann. Hier haben wir leider keinerlei einheitliche Informationen erhalten. Die Regelungen sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich, sodass wir nur empfehlen können, dass Ihr Euch zeitnah mit dem Hersteller bzw. Eurem Händler in Verbindung setzen solltet.

Auch bzgl. Inspektionen, die z.T. zur Erhaltung von Gewährleistungs- oder Garantieansprüchen in bestimmten Intervallen vorgeschrieben sind, gibt es keinerlei einheitliche Aussagen. Zwar versichern die meisten Hersteller/Händler eine kundenorientierte und unbürokratische Handhabung der aktuellen Gegebenheiten. Sicher bezüglich dieser Fragen kann sich aber nur der sein, der tatsächlich konkret mit seinem Händler oder dem Hersteller diesbezüglich gesprochen hat!

Verlasst Euch bei allen Auskünften, die Ihr zur aktuellen Lage einholt, nicht allein auf (fern-)mündliche Zusagen! Im Zweifelsfall will hinterher keiner mehr etwas davon wissen und Ihr könnt nichts beweisen. Bittet immer um eine kurze schriftliche Bestätigung, und sei es nur per E-Mail, damit Ihr bei späteren möglichen Streitigkeiten etwas in der Hand habt. Speichert von Informationen, die Ihr diesbezüglich im Netz findet, einen Screenshot mit Datum auf Eurem Rechner/Mobilphon.

Zum Schluss…

Bei Fragen, Anregungen, Sorgen, Hilfeanfragen, Ideen für die Gemeinschaft der Wohnmobilisten oder neuen Meldungen, die wir noch nicht kennen: Nehmt bitte gerne Kontakt mit uns auf (> Kontakt)! Wir bleiben zusammen mit Euch weiter am Ball und freuen uns über jeden Austausch!

Bleibt gesund, haltet Abstand und freut Euch zusammen mit uns auf eine (hoffentlich) schöne Ausnahmesaison ab Mitte des Jahres…