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Ein Wohnmobil mieten

„Ein Wohnmobil mieten ist gar nicht so teuer, da spart man ja eine Menge Geld gegenüber dem Pauschalurlaub.“ Solche oder ähnliche Sätze hört man immer wieder. Richtig oder falsch? In den meisten Fällen wahrscheinlich Letzteres. Aber von vorne, starten wir einen relativ gut nachzurechnenden Vergleich. Herausforderer ist der 2-Wochen-Pauschal-Flugurlaub in den Süden, der sich einem gemieteten Wohnmobil als Kontrahenten stellen muss.

Reisemobil Ratgeber - Ein Wohnmobil kaufen - Infos für Einsteiger

Vergleich Pauschalreise vs. Miet-Wohnmobil

Zunächst verreisen wir mit unserer kleinen Familie Björn, Sandra und dem kleinen Max Müller in der Nebensaison nach Spanien und buchen ein normales Hotelzimmer mit Frühstück in einem Hotel der mittleren Preisklasse. Es soll ein typischer Strandurlaub werden, zwei Ausflugsfahrten sind fest eingeplant, mittags und abends verpflegt man sich im Schnellimbiss und Restaurant. Rechnen wir das mal durch.

Reisemobil Ratgeber - Ein Wohnmobil kaufen - Vergleich mit Pauschalurlaub

Die Pauschalreise an sich kostet 2.400,00 €, die Fahrt vom und zum Flughafen ist schon inbegriffen, für Imbiss und Abendessen für alle Drei veranschlagen wir etwa 50,00 € pro Tag (Sterne-Restaurants werden natürlich kategorisch vermieden), für 2 Wochen also rund 700,00 €. Zwei Ausflüge schlagen mit je etwa 100,00 € zu Buche, so dass wir am Ende auf eine Gesamtsumme von etwa 3.300,00 € kommen.

Reisemobil Ratgeber - Ein Wohnmobil kaufen - Vergleich mit Pauschalurlaub berechnen

Nun das „Hotelzimmer auf Rädern“ als Alternative: Gleiches Reiseziel, gleiche Zeit und Dauer, ebenfalls Strandurlaub mit zwei Ausflügen (damit es vergleichbar bleibt), dieses Mal nur eben mit unserer Familie, die sich ein Wohnmobil mietet. Das kostet zunächst einmal inkl. aller gefahrenen Kilometer 120,00 € Miete am Tag, hinzu kommt eine Service-Pauschale für Gas und End-Reinigung von 140,00 €, also für 2 Wochen insgesamt 1.820,00 €. Inklusive der Ausflüge werden Müllers rund 4.500 Kilometer zurücklegen.

Bei einem Verbrauch von etwa 10 Litern Diesel pro 100 km, der Liter zu 1,30 €, werden am Ende etwa 580,00 € für den Kraftstoff auf der Rechnung stehen. Hinzu kommen die Maut-Gebühren in Frankreich und Spanien von insgesamt ca. 400,00 €. Die Verpflegung ist natürlich deutlich günstiger, da man sich per Supermarkt und eigenem Herd verpflegen kann, hier setzen wir also nur rund 30,00 € pro Tag an, also großzügig gerundet etwa 200,00 €. Bei den Getränken wird man auch noch etwas sparen, statt Hotelbar, Kneipe oder Mini-Bar auf dem Zimmer steht ja der eigene Kühlschrank (wo sich gelegentlich auch mal ein Eis für Max versteckt) zur Verfügung. Björn steht zum Übernachten gerne frei mit dem Wohnmobil auf einem Stellplatz, nach Sandras Einwänden verbringen Müllers dann doch etwa die Hälfte der Zeit auf guten Campingplätzen. Die Nacht auf einem Stellplatz kostet um die 10,00 €, beim Campingplatz kommen wir auf 30,00 € pro Nacht, ergibt in der Summe weitere 280,00 €. Die beiden Ausflüge sind mit der Kilometerzahl schon abgegolten und werden daher nicht gesondert berechnet – schließlich ist man ja mobil. Zusammengerechnet kommen wir so auf Gesamtkosten von 3.280,00 €.

Sagt jetzt bitte nicht „Toll, 20 Euro gespart“ – in beiden Rechnungen ist natürlich jede Menge Luft nach unten oder oben. Bei beiden Reise-Arten ist ein solcher Urlaub schnell mal 500 oder 1.000 Euro teurer oder billiger, allein schon durch die Wahl der Reisezeit oder Fahrzeug-/Hotelkategorie. Die beispielhafte Rechnung zeigt uns also lediglich, dass die Behauptung am Anfang gar nicht so allgemeingültig ist, wie sie zunächst scheinen mag. Ob pauschal oder mobil, die Kosten hängen letztlich von zu vielen Einzelfaktoren ab, um hier eine feststehende Aussage treffen zu können, welche Urlaubsform nun tatsächlich günstiger ist.

Reisemobil Ratgeber - Ein Wohnmobil kaufen - genau nachrechnen

Wenn Ihr Euch nun nach reiflicher Überlegung entschieden habt, tatsächlich eine Wohnmobil-Reise anzutreten, solltet Ihr einiges beachten, damit Ihr einen stress- und pannenfreien Urlaub genießen könnt.

Checkliste Wohnmobil mieten

Reiseprofil erstellen

Reisezeitraum, Reisedauer, Reiseziel, Reisezweck (z.B. Baden, Klettern oder Städte besichtigen), ein Kostenrahmen, Personenzahl, Haustier oder nicht – all diese Dinge (und noch einige persönliche mehr) solltet Ihr weit im Vorfeld durchdenken, wenn Ihr ein Wohnmobil mieten wollt. Auch Überlegungen, was Ihr mitnehmen wollt (z.B. Fahrräder, Surfbretter etc.) oder wie die zu erwartenden klimatischen Bedingungen zum Reisezeitpunkt sind, gehören hierzu. Je gewissenhafter Ihr bei diesen Vorbereitungen vorgeht, desto leichter könnt Ihr hinterher das genau auf Eure Bedürfnisse zugeschnittene Wohnmobil finden.

Mietpreise und Konditionen vergleichen

Ebenfalls weit vor der Anmietung solltet Ihr Euch über Mietpreise und Saisonzeiten, Nebenkosten wie inbegriffene Kilometer, Versicherung, Service-Pauschalen etc. sowie die vorhandene Fahrzeugausstattung und sonstige Leistungen informieren. Das Internet bietet hier eine breite Palette an Möglichkeiten.

Entfernung zum Vermieter

Selbst wenn Ihr ein günstiges Wohnmobil gefunden habt, kann es dennoch z.B. durch weitere Kosten für An- und Abreise zum Fahrzeugstandort zu einem höheren Gesamtpreis kommen. Wählt also möglichst einen Vermieter in Eurer Nähe aus.

Privat oder gewerblich?

Mittlerweile gibt es einige Portale im Internet, bei denen man private Vermieter vermittelt bekommt, die ihr Wohnmobil in der ungenutzten Zeit relativ günstig zur Verfügung stellen. Achtet gerade hier auf die meist nicht standardisierten Konditionen und Leistungen. Die Links zu den bekanntesten Portalen findet Ihr unter > Infos im Netz.

PKW-Parkplatz

Falls Ihr zur Abholung des Wohnmobils mit dem PKW anreist – wohin damit während des Urlaubs? Manche Vermieter bieten hierfür kostenfrei oder gegen Gebühr spezielle Abstellmöglichkeiten an. Fehlt ein solches Angebot, müsst Ihr Euch rechtzeitig nach alternativen Dauerparkmöglichkeiten umsehen.

Angemessene Fahrzeuggröße

Ganz gleich, was Euer Reiseziel ist, bedenkt bitte, dass es auch mal regnen kann. Es verhagelt einem im wörtlichen Sinne regelrecht die Urlaubsfreude, wenn man eine Schlecht-Wetter-Periode in einem zu kleinen Fahrzeug „zusammengepfercht“ überstehen muss. Nehmt im Zweifelsfall also lieber „eine Nummer größer“. Es sei denn, Ihr liebt kleine Dörfer, schmale und verwinkelte Bergstraßen oder versteckte Stellplätze, wo Ihr möglichst nicht auffallen wollt. Dann solltet Ihr jeden zusätzlichen Meter (oder noch weniger) auf die Goldwaage legen – letztlich werdet Ihr wohl immer mit einem Kompromiss leben müssen.

Mietvertrag

Achtet beim Abschluss eines Mietvertrages immer auch genau aufs Kleingedruckte. Lest bitte ALLES (!) genau durch, wir meinen das ernst. Sonst kann es später zu wirklich unliebsamen und kostspieligen Überraschungen kommen. Ein Beispiel: Der Vermieter verlangt von Euch vertraglich für jede Rückwärtsfahrt einen Einweiser und Ihr habt das überlesen (wer kommt als Mieter schon auf sowas?). Im Urlaub setzt Du nur ganz kurz ohne Einweiser zurück und beschädigst dabei Dein Fahrzeug und eine Hauswand. Ihr dürft sicher sein: die Versicherung zahlt nicht, Eure Selbstbeteiligung (meist als Kaution im Voraus hinterlegt) ist futsch, die darüber hinaus gehenden Reparaturkosten zahlt Ihr aus eigener Tasche, und wenn es ganz dumm kommt, müsst Ihr sogar Euren Urlaub vorzeitig abbrechen oder dem Vermieter einen späteren Nutzungsausfall ersetzen. Und bitte: das ist nicht ausgedacht, das haben Bekannte von uns genau so schon erlebt!

Vereinbarte Bestimmungen

Achtet auch auf Regelungen, die nicht direkt im Mietvertrag stehen. Ein Satz wie „der Mieter erkennt die ihm ausgehändigten Bedingungen mit seiner Unterschrift an“ kann böse Folgen haben, wenn sich das angesprochene Schriftstück unbeachtet im Handschuhfach befindet. Das ist ähnlich einer Hausordnung beim Wohnungsmietvertrag, die auch nicht im Vertrag stehen muss, aber dennoch Gültigkeit hat.

Was passiert im Schadensfall?

Welcher Versicherungsschutz besteht, wie hoch ist die Selbstbeteiligung, welche Schäden müssen dem Vermieter sofort gemeldet werden, bis zu welcher Grenze dürft Ihr kleinere Schäden vor Ort selbst reparieren lassen (gegen spätere Erstattung), gibt es im Zweifel eine Rückführung oder ein Ersatzfahrzeug, existiert ein Schutzbrief, dürft Ihr am Unfallort Angaben machen oder Unterschriften leisten – Fragen über Fragen, die allesamt vor Reiseantritt geklärt werden sollten, sofern sie nicht bereits geregelt sind (siehe die vorherigen 2 Punkte). Sollten noch irgendwelche Fragen Eurerseits offen sein – jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sie zu stellen.

Die Wohnmobil-Übergabe

Der Schriftkram ist erledigt, los geht’s. Halt! Ein seriöser Vermieter wird Euch eine vollständige Einweisung in das Fahrzeug mit allen Bestandteilen angedeihen lassen. Nehmt diesen Service aufmerksam und mit ausreichend Ruhe in Anspruch, je nach Fahrzeug kann das zwischen 20 und 120 Minuten in Anspruch nehmen, aber die Zeit sollte es Euch wert sein. Diese könnt Ihr auch gleich mitnutzen, um den Wagen einer persönlichen Kontrolle zu unterziehen. Funktioniert alles, wie vorgesehen? Gibt es (außen und innen) erkennbare Mängel oder Beschädigungen? Ist das Wohnmobil sauber, riecht irgendwas unangenehm? Hat der Vormieter wirklich alles ausgeräumt? Sind alle notwendigen Papiere und Anleitungen vorhanden? Ist mitgemietetes Zubehör vorhanden und in Ordnung? Weitere notwendige Dinge könnt Ihr der Liste auf unserer Seite > Wohnmobil-Grundausstattung entnehmen. Offensichtliche Anliegen und Fragen könnt Ihr jetzt noch ansprechen, weitere werden Euch unterwegs ohnehin noch einfallen, da sind wir sicher.

Alle notwendigen Informationen zum Betrieb eines Wohnmobils findet Ihr natürlich auch auf Wohnmobil-ABC. Wenn Ihr im Urlaub über einen Internet-Zugang verfügt, besucht uns einfach. Auch kleinere Anfragen per Mail beantworten wir, sofern möglich, gerne. Erste Anlaufstation ist natürlich immer Euer Vermieter, dessen Telefonnummer und/oder Mail-Adresse findet Ihr sicher in den Mietunterlagen.

„Diese Beule war bei der Übergabe noch nicht da, das müssen Sie zahlen…“. Schon blöd, wenn man bei der Rückgabe eine solche Behauptung des Vermieters nicht zweifelsfrei widerlegen kann. Deshalb: Macht bei der Fahrzeugübernahme Fotos vom Wohnmobil, am besten im Beisein des Vermieters. So lässt sich im Zweifel gut nachweisen, ob die Beule bei der Übernahme schon da war oder nicht.

Abfahrt

Alles geklärt, alles ist eingeräumt, jetzt aber los. Moment! Wenn Ihr schlau seid, steuert Ihr vor der nächsten Autobahnauffahrt noch für eine kurze Weile einen ruhigen Ort mit wenig Verkehr an, wo Ihr Euch ein wenig mit dem Wohnmobil-Verhalten vertraut macht. Beschleunigung, Bremswirkung, Kurvenverhalten, diverse unbekannte Geräusche und Anzeigen, all das solltet Ihr ein wenig testen und auf Euch wirken lassen – gewöhnt Euch an Euren Urlaubsbegleiter, Eure Nerven werden es Euch gerade am Anfang danken.

Rückgabe

Auch bei Beendigung des Urlaubs und der anschließenden Rückgabe solltet Ihr auf Einiges achten. Ist alles sauber, mängelfrei und ohne Schäden? Falls nicht, versucht nicht, dem Vermieter gegenüber etwas zu verheimlichen, es kommt doch raus. Lasst Euch auf jeden Fall den Zustand des Wohnmobils schriftlich bescheinigen und denkt an Eure im Voraus geleistete Kaution. Schaut nach dem Ausräumen nochmal genau nach, ob nicht doch noch unter dem Sitz oder der Matratze etwas zurück geblieben ist. Und dann heißt es Abschied nehmen.
Wohnmobil Ratgeber - Mieten oder kaufen - Infos für Einsteiger

Vielleicht hat Euch der Urlaub ja überzeugt und Ihr werdet später nochmal ein Wohnmobil mieten.

Oder wart Ihr so begeistert, dass nun der Wunsch nach einem eigenen Camping-Fahrzeug auftaucht? Dann empfehlen wir Euch unsere nächsten Seiten.