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Service-Stationen

Auf vielen Stell- und Campingplätzen, aber auch an manchen Tankstellen, Raststätten oder an speziellen Service-Plätzen für Reisemobile findet man sie, die Service- oder Sani-Stationen, oft auch als V/E-Stationen bezeichnet (Versorgung/Entsorgung). Sie geben dem mobilen Urlauber die Möglichkeit, frisches Wasser zu zapfen, Grauwasser oder den Toiletteninhalt loszuwerden oder Strom für das Gefährt zu „tanken“.

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Reisemobil-Service-Euro-Relais

Und da sich mit einem derartigen Service auch Geld verdienen lässt, haben sich gleich mehrere Hersteller europaweit darangemacht, die verschiedensten Modelle zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Im Moment hat der Nutzer die Wahl zwischen rund einem Dutzend verschiedener Modelle. Nun ja, die Wahl hat man natürlich eigentlich nicht, denn einmal am Stellplatz angekommen, wird man nehmen müssen, was dort angeboten wird. Eines haben jedenfalls alle gemein: man muss für bestimmte Leistungen zahlen und immer vorher eine meist umfangreiche Bedienungsanleitung lesen. Das war´s aber auch schon an Gemeinsamkeiten, jeder Anbieter kocht da sein eigenes Süppchen – zum Leidwesen der Nutzer. Aber man ist ja froh, wenn überhaupt etwas angeboten wird, was beileibe nicht bei jedem Stellplatz der Fall ist.

Wie funktionieren die Service-Stationen?

Wir würden an dieser Stelle gerne eine allgemeingültige Bedienungsanleitung geben, aber, wie gesagt, das unterscheidet sich je nach Station zum Teil deutlich. Ein paar allgemeine Angaben kann man jedoch machen. So findet man bei allen Stationen einen Münzeinwurf, den man zur Bezahlung der jeweiligen Leistung benutzt.

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Ein kleiner Vorrat an Münzen sollte in keinem Reisemobil fehlen. Diese braucht Ihr nicht nur bei Sani-Stationen, auch an Parkuhren, Getränkeautomaten, Raststätten-Toiletten etc. ist ein solcher Vorrat oft recht nützlich.

Im Ausland (z.B. Frankreich) werden gelegentlich spezielle Jetons (Kunststoff-Wertmarken) zur Benutzung der Stationen benötigt, die man vorher käuflich erwerben muss. Haltet in der unmittelbaren Umgebung Ausschau nach Kiosken, kleinen Läden oder Tourist-Büros. Dort hilft man Euch gerne weiter. Manchmal findet man auch einen Hinweis direkt an der Säule.

Bei fast allen Stationen wird die Entnahme größerer Mengen an Frischwasser nach Litern berechnet. Durchschnittlich sind bei 100 Litern etwa 1,00 bis 1,20 Euro zu bezahlen. Strom wird entweder nach Zeit (z.B. pro Stunde) oder nach Menge (Kilowattstunden) abgerechnet. Hier liegen die Preise ungefähr bei 50 Cent bis 1 Euro pro Kilowattstunde.

Lest Euch immer vor der Benutzung die Bedienungsanleitung genau (!) durch. Manchmal müssen Mengen oder Steckdosen mit Hilfe von Drehschaltern oder Tasten ausgewählt werden, bevor man Geld in den Automaten wirft. Blöd, wenn man das erst liest, wenn der Automat schon gefüttert wurde.

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Was ist mit der Entsorgung?

Auch dafür ist an den meisten V/E-Plätzen gesorgt. In der Regel findet man Behälter für die Müllentsorgung, einen Bodeneinlass für das Grauwasser und eine Öffnung für den Fäkaltank. Sollte nur eine Öffnung für Grau- und Schwarzwasser (Fäkalien) vorhanden sein, leert bitte zuerst den Toilettentank und spült dann mit dem Grauwasser nach!

Verwechselt bei der Frischwasserversorgung und Kassettenreinigung nicht die Schläuche! Einer (meist sehr kurz) ist zum Ausspülen der Toiletten-Kassette gedacht, der andere, meist längere, zum Tanken von Wasser. Benutzt NIE (!) den Frischwasser-Schlauch zur Toiletten-Spülung! Wann immer möglich, benutzt einen eigenen Schlauch zum Wassertanken.

Wo finde ich solche Stationen?

Meistens sind die Sani-Stationen beschildert, zum Beispiel mit dem nebenstehenden Hinweiszeichen. Auch auf vielen Raststätten, bei Reisemobilhändlern oder bei größeren Tankstellen wird man oft fündig.

Wie sehen die Sani-Stationen aus?

Auf dieser Seite findet Ihrbeispielhaft einige Abbildungen von gängigen Industrie-V/E-Stationen. Darüber hinaus gibt es aber noch etliche erfindungsreiche Geister, die eigene Anlagen konzipiert haben – manchmal mit genialen Ideen, manchmal eher spartanisch und mit Vorsicht zu genießen. Sei´s drum, Reisemobil-Urlauber sind in der Regel für jedes Angebot dankbar.

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Reisemobil-Service-Elektrostar

Apropos geniale Ideen – wer es richtig komfortabel mag, der sollte sich, wenn sich die Gelegenheit ergibt, einmal die ganz neuen vollautomatischen Entsorgungsstationen für Toilettenkassetten ansehen. Wer eine handelsübliche Kassette sein eigen nennt, schiebt diese komplett in eine Öffnung und erhält nach wenigen Augenblicken eine entleerte und gereinigte Kassette zurück – sehr modern, sehr hygienisch und (wie nicht anders zu erwarten) oft auch recht teuer.

Zum Schluss noch eine Bitte: Zwar sind fast alle Stationen Vandalismus-sicher konzipiert, dennoch solltet Ihr pfleglich mit den Anlagen und Einrichtungen umgehen. Häufige Beschwerden und Reparaturen machen solche Einrichtungen für den Betreiber irgendwann unwirtschaftlich, was dann häufig dazu führt, dass diese Anlagen einfach verschwinden. Wer sorglos und unachtsam mit diesen Einrichtungen umgeht, schadet nicht nur dem Ruf der Mobilurlauber, sondern schneidet sich letztlich ins eigene Fleisch. Und – der Anblick der Hinterlassenschaften des Vorgängers ist sicher auch nicht appetitlich…