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Reisen in Europa

Mit dem Wohnmobil in Europa unterwegs zu sein, stellt in Zeiten vieler offener Grenzen und einheitlicher EU-Regelungen kein Problem dar – so denken viele Europa-Touristen, aber ganz so einfach ist es nun doch nicht. Längst nicht alle Länder Europas gehören zur EU und selbst die EU-Mitgliedsstaaten kochen, was Verkehrsbestimmungen angeht, noch gerne ihr eigenes nationales Süppchen. Um ein wenig Licht und Übersicht in den Vorschriften-Dschungel zu bringen, haben wir die wichtigsten Regelungen recherchiert und in den nachfolgenden Tabellen zusammengefasst.

Wohnmobil-Mitführpflichten in Europa

Beginnen wir mit all den Dingen, die man beim Kfz bei einer Europareise mit sich führen muss bzw. was verboten ist. Die nachfolgende Tabelle macht deutlich, dass hier keineswegs einheitliche Regelungen für alle Länder gelten. Nähere Erläuterungen findet Ihr im Anschluss an die Tabellen, die wir nach bestmöglichen Recherchen zusammengestellt haben. Beachtet bitte den wichtigen Hinweis am Ende der Seite.

Stand der Tabelle: 12/2018

Erläuterungen:

  • Wir sind beim Anfertigen der Tabelle von einem Wohnmobil mit einem zGG von 3,5 t ausgegangen. Für schwerere Fahrzeuge können zusätzliche oder abweichende Bestimmungen gelten.
  • Wo Ihr in der Tabelle den Hinweis „behördlich empfohlen“ vorfindet, raten wir dringend, sich an diese Empfehlung zu halten, da es sonst im Zweifelsfall zu Schwierigkeiten kommen kann. Beispiel Warnweste: In manchen Ländern wird zwischen Mitführpflicht (in der Tabelle rote Hand) und Tragepflicht (in der Tabelle grüne Hand) unterschieden. Während bei der Tragepflicht kein Bußgeld bei einer normalen Verkehrskontrolle fällig wird, wenn Ihr ohne Weste angetroffen werdet, müsst Ihr in der konkreten Situation (Verlassen des Fahrzeugs auf Autobahnen oder Schnellstraßen) mit saftigen Geldbußen rechnen, wenn Ihr keine Warnweste tragt. Wir wissen auch nicht, wer sich solchen Unfug ausgedacht hat (wer kann schon im Notfall eine Weste tragen, wenn er keine mit sich führt?), aber bereits diese Gegebenheiten verdeutlichen, dass es besser ist, behördliche „Empfehlungen“ ernst zu nehmen.
  • Vorgeschrieben ist in allen europäischen Ländern das Mitführen eines gültigen Personalausweises oder Reisepasses und des Führerscheins. Auch wenn in EU-Ländern nicht vorgeschrieben, ist die Mitnahme einer grünen Versicherungskarte sehr zu empfehlen. Diese erhaltet Ihr kostenlos bei Eurer Kfz-Versicherung.
  • Obwohl nur in Montenegro und Serbien zwingend vorgeschrieben, empfiehlt sich die Mitnahme eines europäischen Unfallberichtes, der bei Unfällen sehr hilfreich sein kann. Auch diesen gibt es kostenlos z.B. bei den großen Verkehrsclubs oder zum Ausdrucken im Internet (z.B. https://www.kfz-auskunft.de/info/unfallbericht.html)
  • Reservekanister mit Kraftstoff (Benzin/Diesel): Das Mitführen ist in einigen Ländern (siehe Tabelle) grundsätzlich verboten, einige Länder verbieten die Mitnahme auf Fähren (bitte bei Fährennutzung erkundigen).
  • In der Rubrik „Reservereifen“ sind sowohl Reserveräder als auch Reparatur-Sets oder -sprays gemeint.
  • Neben den in unserer Tabelle angegebenen Rubriken können in manchen Ländern noch weitere Vorschriften gelten. Bitte erkundigt Euch rechtzeitig vor Fahrtantritt über die örtlichen Gegebenheiten.

Neben den behördlichen Vorschriften und Empfehlungen sollte zur Grundausstattung beim Wohnmobil ein Set mit Ersatzlampen und – sicherungen sowie ein Feuerlöscher, ein Abschleppseil (oder -stange) und auch ein Satz Starthilfekabel gehören. Außerdem leisten ein Fotoapparat und/oder ein Smartphone bei einem Unfall wertvolle Hilfe und sollten ebenso bei jeder Fahrt griffbereit sein. Und – eine kleine Speicherkarte mit digitalen Kopien aller wichtigen Papiere, eine Liste der Auslandsvertretungen (Botschaften) aller bereisten Länder, Ersatzschlüssel für´s Fahrzeug und eine Münzbox mit Kleingeld (ggfs. in Landeswährung) helfen in etlichen Situationen, gerade im Ausland, unnötigen Ärger zu vermeiden.

Wohnmobil-Verkehrsvorschriften in Europa

Neben den Mitführpflichten gibt es bei Wohnmobilreisen in Europa zahlreiche, zum Teil recht unterschiedliche Vorschriften zu beachten. Auch hier haben wir die wichtigsten Regelungen tabellarisch zusammengestellt.

Stand der Tabelle: 12/2018

Erläuterungen:

  • In allen europäischen Ländern gilt die Anschnallpflicht.
  • Die angegebenen Höchstgeschwindigkeiten können ortsabhängig abweichen (z.B. Schottland innerhalb GB). Ebenso können andere Vorschriften z.B. bei Dunkelheit, für bestimmte Jahreszeiten oder ungünstige Witterungsbedingungen (z.B. Nässe, Glätte etc.) gelten.
  • Mit „Tagfahrlicht“ ist das Einschalten des Abblendlichts am Tag gemeint. Spezielle „Tagfahrleuchten“ (LEDs etc.) sind in manchen Ländern erlaubt, in manchen nicht und in einigen ist die Vorschriftenlage unklar.
  • Bei Promillegrenzen für Fahranfänger (in der Tabelle mit einem „F“ gekennzeichnet) gelten unterschiedlichste Regelungen. Bitte informiert Euch entsprechend.
  • Die Art und Höhe von Mautgebühren, sofern sie erhoben werden, differiert recht stark. Das gilt insbesondere für Wohnmobile, die bzgl. der Gebühren oft nach Größe und/oder Gewicht unterschieden werden. Informiert Euch am besten im Vorfeld der Reise über die gebührenpflichtigen Strecken, die für Euer Fahrzeug anfallenden Kosten und ggfs. mögliche Alternativrouten.
  • Gerne hätten wir auch noch z.B. Parkvorschriften, Vorfahrtregeln etc. mit in die Tabelle aufgenommen. Leider sind die Regelungen allein schon in den Ländern des EU-Raums (von Ländern außerhalb der EU gar nicht zu reden) derart umfangreich und unterschiedlich, dass uns keine sinnvolle Übersicht gelungen ist. Da wir Euch an dieser Stelle ellenlange Abhandlungen ersparen möchten, haben wir auf unserer Seite > Infos im Netz einige nützliche Links hinterlegt, wo Ihr entsprechende Informationen finden könnt.

Verkehrsverstöße werden in anderen Ländern z.T. mit Strafen in sehr (!) empfindlicher Höhe geahndet. Je nach Vergehen können durchaus auch mal mehrere tausend Euro fällig werden. Bedenkt man, dass diese Bußgelder wegen der Fluchtgefahr auch noch größtenteils unmittelbar vor Ort zur Zahlung fällig sind, versteht sich wohl von selbst, dass man sich rechtzeitig informiert und im Land stets größte Vorsicht walten lässt, will man nicht einen traumatischen Urlaub riskieren.

Eine gute Hilfe mit aktuellen Informationen zum jeweiligen Zielgebiet und den an der Reiseroute liegenden Ländern erhält man in Form eines sogenannten „Tour-Sets“ vom Automobilclub ADAC. Dies ist allerdings nur für Mitglieder kostenlos erhältlich und sollte rechtzeitig vor Reisebeginn bestellt werden (die Zusendung dauert mitunter einige Wochen).

Alle Angaben auf dieser Seite sind zwar gewissenhaft zusammengetragen worden, wir können jedoch wegen der großen Menge an Daten und stetiger Anpassungen seitens der Verkehrsbehörden keine Gewähr für Richtigkeit oder Vollständigkeit übernehmen. Informiert Euch also bitte selbständig vor Antritt Eurer Reise über die aktuellen Gegebenheiten in den jeweiligen Ländern. Wenn Euch notwendige Änderungen, Ergänzungen oder Korrekturen für die Listen auffallen, sind wir für eine kurze Nachricht sehr dankbar!