Gas

Heizung, Warmwasser, Kochen, Kühlschrank

Diese vier Haupt-Verwendungsarten von Gas gehören zum Wichtigsten, was ein Wohnmobil bietet. Wenn auch in vielen Wohn-Haushalten das Gas als Energiequelle nur noch sekundär oder gar nicht mehr vorkommt, gilt es im Wohnmobil neben dem Strom als Energieträger Nummer Eins. Das kommt nicht zuletzt vom günstigen Preisleistungsverhältnis durch eine hohe Energiedichte. Zum Vergleich: 1 Kilogramm Propan-Gas entspricht in etwa 13 Kilowattstunden Strom, ein beeindruckender Wert.

Welches Gas nehmen wir denn fürs Wohnmobil?

Der technisch korrekte Name unseres Flüssiggases ist „Liquified Petroleum Gas“, kurz LPG. Dieses besteht aus einer Mischung aus Propan- und Butan-Gas, die in ihrer chemischen Zusammensetzung recht ähnlich sind, jedoch einen entscheidenden Unterscheid haben: Das preislich günstigere Butan geht knapp unterhalb des Gefrierpunkts (0 Grad Celsius) nicht mehr vom flüssigen in den gasförmigen Zustand über, aber genau das ist für uns wichtig. Daher ist im Winter in Flaschen und Zapfsäulen der Anteil von Propan immer etwas höher als im Sommer.

Die gängigste Behälterform unseres Flüssiggases ist die Stahlflasche, in Deutschland in grauer Farbe. Hierin wird das Gas unter Druck (bis zu 16 bar) in flüssiger Form vom Befüller eingebracht. Gebräuchlichste Größen sind die 5kg- und die 11kg-Flasche, die in der Regel nach dem Verbrauch nicht gefüllt, sondern „voll gegen leer“ getauscht werden. Das Netz an Tauschstationen ist in Deutschland sehr eng, über Nachschub muss man sich hierzulande keine Gedanken machen. In den verschiedenen Ländern Europas gibt es allerdings sehr unterschiedliche Gas-Systeme, wo der Tausch einer deutschen Flasche nicht so einfach möglich ist. Mehr dazu weiter unten.

Neben spezialisierten Gas-Händlern und Camping-Zubehör-Shops bieten oft auch Bau- oder Supermärkte Gasflaschen im Tauschsystem an, z.T. mit deutlich günstigeren Preisen. Hier lässt sich Einiges sparen.

Obwohl das Gas in den Tauschflaschen flüssig ist, wird die Maßeinheit in Kilogramm und nicht in Litern angegeben. Das hängt damit zusammen, dass beim Befüllen oberhalb der Flüssigkeit immer ein gasförmiges „Polster“ von mindestens 20% verbleiben muss, das ist technisch zwingend notwendig. Würde man nach Litern abfüllen, wüsste man nie genau, ob dies je nach vorhandener Restmenge, Zusammensetzung und Temperatur noch gewährleistet wäre. So wiegt man also die Flasche beim Befüllen (genannt „gravimetrische Füllung“) und stoppt, wenn die Füllmenge (11 KG plus aufgedrucktes Leergewicht, sprich Tara der Flasche) erreicht ist.

Wenn Ihr einmal ausrechnen möchtet, wieviel Gas Ihr z.B. verbraucht oder noch habt, gibt´s eine ungefähre Faustformel für den Inhalt: 1 KG = ca. 2 Liter (flüssig) = ca. 500 Liter (gasförmig). Die z.B. von Wasser bekannte Rechnung „1 Liter ist immer 1 Kilo“ gilt hier also nicht. Die angegebenen Werte sind dabei abhängig von Druck, Temperatur, Mischungsverhältnis etc., also nur eine grobe Orientierung.

Gasflaschen müssen im Fahrzeug immer in einem speziellen Gasfach untergebracht werden, das die Flasche(n) gut gegen eventuelle Funkenbildung (z.B. elektrische Leitungen, Kontakte etc.) abschirmt. Da Gas schwerer als Luft ist, sinkt es bei Austritt nach unten. Daher hat der Gaskasten immer eine nicht verschließbare Sicherheitsöffnung an der Unterseite. Die offene Fläche ist mit mindestens 10 Quadratzentimetern gesetzlich vorgeschrieben.

Achtet darauf, dass diese Öffnung immer (!) freibleibt, damit ungewollt ausströmendes Gas, z.B. bei einem undichten Schlauch oder Verschlussventil, ungehindert entweichen kann und nicht ungewollt ins Innere des Fahrzeugs vordringt.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, montiert im Wohnmobil einen Gas-Warner. Dieser arbeitet ähnlich einem Rauchmelder und schlägt Alarm, wenn seine Sensoren Gas aufspüren. Gute Modelle können nicht nur LPG- sondern auch Narkose-Gase erkennen (siehe > Sicherheit). Mit solchen Kombi-Geräten schlägt man also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

Wichtig bei der Lagerung im Fahrzeug: Gasflaschen dürfen, auch das schreibt das Gesetz vor, nur gesichert gegen Verrutschen, Verdrehen, Verrücken oder Umfallen transportiert werden. Dies wird mit entsprechenden Halterungen und Gurten erreicht, die Ihr immer sorgfältig handhaben solltet.

Wer mal eben mit dem PKW eine neue Gasflasche kaufen fährt, riskiert, wenn er die Flasche einfach ungesichert hinten in den Kofferraum legt oder stellt, ein saftiges Bußgeld! Fahrt also am besten immer mit der im Wohnmobil sicher untergebrachten Gasflasche zum Händler, das spart im Zweifel Geld und Scherereien.

Anschluss der Gasflaschen

Gut, die volle Flasche steht nun sicher verstaut im Gasfach, wie schließt man sie an? Dazu gibt es einen Schlauch (orangefarben) mit einer Gewindemutter, die Ihr auf das Gewinde oben an der Gasflasche aufschraubt. Vorher müsst Ihr von der Flasche die Plastikkappe (meist rot) abnehmen (Metallbügel herausziehen, Kappe nach oben entfernen) und noch ein Sicherungshütchen vom Gewinde schrauben. Geht nicht drauf? Kann auch nicht, weil Euch keiner gesagt hat, dass Gasanschlüsse immer ein Linksgewinde haben, Ihr müsst zum Fest- oder Losedrehen also immer genau andersherum drehen als gewohnt.

Gas hat durchaus Gefahrenpotential und deshalb versuchen ängstliche Gemüter oft, das Gewinde so fest wie möglich anzuziehen, womöglich noch mit einer Zange. Aber hier gilt die alte Handwerker-Regel „nach fest kommt lose“ – die Gewinde sind aus Messinglegierungen und recht weich.

Wer mit zu viel Kraft ans Werk geht, riskiert, das Gewinde zu beschädigen oder zu zerstören. Also, kräftig von Hand anziehen, das reicht, den Rest erledigt die Gummidichtung innerhalb der Überwurf-Mutter.

Kontrolliert ruhig bei jedem Wechsel das Gasfach (Zwangsöffnung nicht vergessen!), die Schläuche und Verbindungen. Selbst der Gesetzgeber ist hier vorsichtig: Ganz gleich, in welchem Zustand sich die Schläuche befinden, alle 10 Jahre müssen sie gegen Neue ausgetauscht werden. Das Herstellungsdatum ist aufgedruckt, und so wird eine Überziehung dieses Zeitraums spätestens bei der nächsten Gasprüfung auffallen – was die Prüfer bestimmt nicht begeistern wird.

Flaschen verzurrt und angeschlossen, dann kann´s ja losgehen, also machen wir mal den Herd an. Nanu, warum kommt da jetzt nix? Nun, wenn nicht gerade der sogenannte Gasregler, der den Flaschendruck von bis zu 16 bar auf den Betriebsdruck der Geräte von meist 50 oder 30 mbar mindert, kaputt ist, ist wahrscheinlich die Flasche noch nicht aufgedreht. Ist die geschlossen, bleiben Speisen, Füße und Wasser kalt und, je nachdem, der Kühlschrank warm. Neben dem Flaschenverschluss gibt es aber in jedem Wohnmobil noch weitere separate Absperrhähne für genau die obigen Zwecke, also z.B. den Boiler, den Herd und den Kühlschrank. Diese müssen natürlich ebenfalls geöffnet werden. Auskunft, wo Ihr diese findet, gibt Eure Bedienungsanleitung.

Prima, alles läuft, es war ein gemütlicher Herbstabend mit einem leckeren auf dem Gasherd gekochten Dinner und Ihr geht, dank wohliger Gas-Heizung, in Euer gemütliches Bett. Um vier Uhr nachts werdet Ihr bibbernd wach, es ist lausig kalt, was ist los? Tja, offenbar ist die Heizung aus, die Gasflasche ist wohl leer. Zum Glück haben wir ein 2-Flaschen-System, aber was heißt schon Glück? Im Nachtgewand verlasst Ihr Euer Fahrzeug, hantiert zitternd vor Kälte und, wenn Ihr richtig Pech habt, im strömenden Regen mit der Taschenlampe im Mund und eiskalten Fingern an den Kappen, Verschlüssen und Gewinden herum, bis die neue Flasche angeschlossen ist. Als es im Wagen endlich wieder warm ist, kräht bereits der Hahn. So was braucht wirklich niemand…

Der Handel hält für 2-Flaschen-Systeme Doppelanschlüsse bereit, die automatisch auf die volle Flasche umschalten, sobald eine leer ist (Achtung: Beide Flaschen müssen geöffnet sein!). Dies wird am Bedienpanel angezeigt und Ihr könnt später in Ruhe die leere Flasche austauschen. Und diese Doppelanschlüsse, auch als Duo-Control bekannt (s. Foto oben), haben einen weiteren besonderen Zusatznutzen: sie besitzen einen sogenannten Crash-Sensor, der bei einem Unfall mit Eurem Wohnmobil ein Ausströmen von Gas verhindert. Das entbindet Euch von der Pflicht, die Flaschen vor jeder Fahrt wieder zuzudrehen, Ihr könnt sie also praktisch immer geöffnet lassen. Und wenn dabei auch noch eine sogenannte Eis-Ex-Vorrichtung vorhanden ist, verhindert diese zuverlässig ein Einfrieren von Anschlüssen bei niedrigen Temperaturen, bei winterfesten Fahrzeugen also kaum zu entbehren.

Und wieviel Gas braucht man so?

Tja, das ist schwer zu sagen und kommt ganz auf den persönlichen Verbrauch und die Umstände an. Der durchschnittliche Sommer-Camper mit Gasheizung kommt sicher einige Wochen mit einer 11KG-Flasche aus. Wer das Gas nur fürs Kochen, gelegentlich warmes Wasser und den Kühlschrank benötigt, weil er eine Diesel-Heizung hat (siehe > Heizungen), kann oft mehrere Monate auf einen Flaschentausch verzichten. Solche Wohnmobile haben häufig auch nur eine Flasche an Bord. Und der Wintercamper, der mit Gas heizt, jeden Tag heiß duscht und ausgiebig kocht wird alle paar Tage Nachschub besorgen müssen. Das sind natürlich nur ungefähre Anhaltswerte, Ihr werdet Euren persönlichen Durchschnittsverbrauch in der ersten Zeit selbst herausfinden müssen.

Kann ich beliebig viele Geräte gleichzeitig benutzen?

Im Prinzip ja, allerdings ist die Entnahmemenge technisch begrenzt. Wundert Euch also nicht, dass wenn Ihr kocht, Euer Partner währenddessen heiß duscht und gleichzeitig Euer Kühlschrank Eure soeben eingefüllten Einkäufe unter Volllast herunterkühlt, alles ein wenig länger dauert, besonders wenn Ihr kleine Gasflaschen verwendet. Wie bitte? Ja, selbst die Größe der Gasflasche hat Einfluss auf die maximale Entnahmemenge, so liegt dieser Wert z.B. bei einer 11KG-Flasche rund 50% über dem einer 5KG-Flasche.

Füllstand

Woher weiß ich überhaupt, wieviel Gas noch in den Flaschen ist? Hier besteht seitens der Industrie noch Nachholbedarf, weil die meisten Wohnmobile der unteren und mittleren Preisklassen keine Anzeigen hierfür bereithalten, denn diese sind nur mit recht hohem Aufwand und somit hohen Kosten zu realisieren. Zuverlässige Werte erhaltet Ihr natürlich, wenn Ihr die Flaschen wiegt, aber wer will die schon zu diesem Zweck immer ein- und ausbauen.

Im Zubehörhandel sind kleine Füllstandsmessgeräte, auch Gasmesser, Gasanzeiger, Level-Checker oder -Controller genannt, erhältlich. Diese Geräte hält man an die Gasflasche und auf Knopfdruck wird mittels Ultraschall ein Wert ermittelt und angezeigt. Das funktioniert recht gut im Gegensatz zu den ebenfalls angebotenen anheftbaren Level-Anzeigen für ein paar Euro – die sind von zu vielen Außenfaktoren abhängig und ermitteln nur sehr ungenaue Werte. Darüber hinaus hält der Handel noch recht kostspielige Mess-Systeme zum Nachrüsten bereit. All das stellen wir Euch in der Rubrik > Wohnmobil-Zubehör vor.

Wie sieht´s mir der Sicherheit und Wartung aus?

Im normalen Betrieb und wenn Ihr die Anlage und deren Komponenten sachgemäß und pfleglich behandelt, müsst Ihr Euch wenig Gedanken machen. Selbst bei einem Unfall sorgen verschiedene Sicherheitssysteme, wie z.B. Schmelzsicherungen und Überdruckventile in den Flaschen, dafür, dass keine größere Gefahr besteht. Damit das System funktionsbereit und sicher bleibt, empfiehlt sich eine regelmäßige Prüfung der Gasanlage, selbst wenn das Fahrzeug nicht genutzt wurde (z.B. vorrübergehende Außerbetriebsetzung). Die Gasprüfung sollte alle 2 Jahre von einem Sachverständigen vorgenommen werden.

Die Prüfung der Gasanlage lässt sich prima mit der Fahrzeughauptuntersuchung kombinieren, da die Prüfstellen wie TÜV, DEKRA etc. für diese Arbeiten ausgerüstet und anerkannt sind. Achtet darauf, dass Ihr nicht mit einer zu leeren Gasflasche zur Prüfung vorfahrt. Die Prüfbescheinigung wird in einem gelben Kontrollheft eingetragen, das Ihr immer bei Euch führen solltet. Zusätzlich wird eine gelbe Plakette (ähnlich der „TÜV-Plakette“) gut sichtbar am Fahrzeug angebracht.

Trotz aller Kontrollen solltet Ihr Euch jedoch immer vor Augen halten, dass Alles, was Ihr mit Gas betreibt, immer mit einer offenen Flamme einhergeht, ja, selbst beim Kühlschrank (siehe > Kühlschränke). So solltet Ihr also immer entsprechende Vorsicht walten lassen.

Beachtet, dass die Benutzung von Gasgeräten aus Sicherheitsgründen in Garagen oder Parkhäusern, auf Fähren und natürlich während des Tankens verboten ist!

So, wenn Ihr nur in Deutschland verreist, könnten wir das Thema „Gas im Wohnmobil“ nun fast beenden.

Aber was ist mit dem Ausland?

Hier wird´s kompliziert, denn das Flaschentauschsystem funktioniert nur im Inland reibungslos. Allein die z.Z. bekannten rund 300 verschiedenen Anschluss-Systeme sind da eine echte Herausforderung. Hinzu kommen unterschiedliche Flaschengrößen, Vorschriften für das Befüllen, Anschließen, die Lagerung und Etliches mehr. Grundsätzlich kommt Ihr über zwei Wege an neues Gas im Ausland: Entweder Ihr lasst Eure eigenen Flaschen dort befüllen oder Ihr nutzt während des Aufenthalts die jeweils landestypischen Flaschen. Dabei gibt es einige Dinge zu beachten.

Fahrt immer mit dem maximal möglichen Gasvorrat in einen Auslands-Urlaub, um unnötiges Nachfüllen oder das Besorgen von landeseigenen Flaschen zu vermeiden. Bei Fremdflaschen müsst Ihr immer die Flasche und die Gasfüllung bezahlen, auch wenn Ihr mit der Flasche nach dem Urlaub möglicherweise nichts mehr anfangen könnt.

Um ein Befüllen Eurer eigenen Flaschen oder den Betrieb mit Fremdflaschen zu ermöglichen, sind bereits zu Hause ein paar Vorkehrungen zu treffen. Besorgt Euch ein Euro-Füll-Set und ein Euro-Entnahme-Set. Beide gibt es für je rund 15,00 € im Camping-Fachhandel. Mit diesen Adaptern könnt Ihr dann sowohl eigene Flaschen befüllen lassen als auch fremde Flaschen an Euer System anschließen. Achtet bei Fremdflaschen auf eine für Euer Gasfach passende Größe.

Welche Voraussetzungen in welchem Land gegeben sind, kann man einer vom ADAC ständig aktualisierten Liste entnehmen. Die Web-Adresse findet Ihr auf unserer Seite > Infos im Netz.

Alternativen

Nun fragt Ihr sicher, und das mit Recht, ob es da nicht einfachere Lösungen gibt. Ja, die gibt es, auch wenn Ihr dafür, Ihr ahnt es bereits, etliche Euro investieren müsst. Die gebräuchlichste Alternative zum Flaschentausch sind die sogenannten Tankflaschen. Hier wird eine Flasche in der Größe einer normalen 11KG-Flasche fest in Euer Fahrzeug eingebaut, also nicht nur mit Gurten befestigt, sondern tatsächlich dauerhaft verschraubt. Vom Ventil aus wird ein Schlauch zu einem Gas-Einfüllstutzen, der in die Seitenwand Eures Wohnmobils eingebaut wird, verlegt. So montiert gilt Eure befüllbare Flasche nun im gesetzlichen Sinne als Gastank, ähnlich Eurem Kraftstofftank. Wie beim PKW auch, könnt Ihr nun damit zu jeder Tankstelle mit LPG-Gas fahren und volltanken (Füll-Adapter-Set nicht vergessen, der Adapter wird aufgeschraubt). Dabei müsst Ihr Euch um die eingangs beschriebene maximale Füllmenge keine Gedanken machen, alle Tankflaschen haben einen Füllstopp, ein Überfüllen ist also nicht möglich. Und Tankflaschen haben einen weiteren Vorteil: sie sind immer mit einem Manometer (Druckanzeiger) ausgerüstet, mit dem Ihr den Füllstand recht gut ablesen könnt.

Fahrt mit Ihrem Wohnmobil nah genug an die Gas-Zapfsäule heran! Während des Tankvorgangs müsst Ihr ggfs. mit einer Hand die Zapfpistole bedienen und mit der anderen Hand einen Sicherheitsknopf an der Zapfsäule drücken. Das ist so vorgesehen, damit der Tankvorgang unterbrochen wird, sollte einmal Gas ungewollt austreten und Ihr bewusstlos werden. Sehr sinnvolle Einrichtung, muss man aber wissen, sonst sorgt man eventuell für Gelächter an der Tankstelle…

Nicht erschrecken: Bei einer 11KG-Tankflasche ist nicht nach 11 Litern Gas Schluss. Wenn die Tankuhr also plötzlich 15, 20 oder sogar 23 Liter anzeigt, ist das völlig normal, siehe Tipp zur Umrechnung am Anfang! Und – auch bei dem Knall nach dem Abziehen des Tankverschlusses könntz Ihr ganz ruhig bleiben. Da entweicht nur ein wenig Restdruck, das ist völlig normal.

Bevor Ihr nun begeistert den Einbau in einer Fachwerkstatt (es ist eine Abnahme erforderlich!) in Auftrag gebt, solltet Ihr kurz überlegen. Wenn Euer Fahrzeug nur eine Flasche vorsieht, könnt Ihr künftig keine Flaschen mehr tauschen. Geht Euer Gas z.B. auf einem Campingplatz zuneige, müsst Ihr mit dem Fahrzeug zur Tankstelle, was bei Daueraufenthalten lästig sein kann. Das gleiche gilt, wenn Ihr bei einem 2-Flaschen-System beide Flaschen als Tankflaschen umrüstet.

Eine dritte Möglichkeit (so haben wir es gemacht) besteht darin, ein 2er-System mit einer Tank- und einer Tauschflasche zu bestücken, das geht ohne Probleme. So habt Ihr das Beste aus zwei Welten und könnt jeweils entscheiden, was Ihr nutzen möchtet.

Achtung, verwechselt LPG (Propan/Butan) nicht mit Erdgas, also dem Gas, das bei PKWs mit Gasantrieb verwendet wird. Eine Falsch-Befüllung ist zwar ausgeschlossen, da die Anschlüsse nicht passen, aber eine Verwechslung kann durchaus zu unnötigen Fahrten führen, wenn Ihr eine Gastankstelle mit der falschen Gas-Sorte ansteuert (siehe nächster Tipp).

Für Euer Handy oder Tablet gibt es Apps, mit denen Ihr Gas-Tankstellen in ganz Europa ausfindig machen könnt, manche sogar mit Umkreissuche. Gebt in einer Internet-Suchmaschine einfach den Suchbegriff „LPG Europa APP“ ein und Ihr erhaltet zahlreiche Treffer für Apple- oder Android-Geräte. Sehr hilfreich!

Zum Schluss noch einige Hinweise, um das Thema zu vervollständigen. Da wäre zum einen der echte Gastank. Dieser wird nicht als feste Füllflasche, sondern tatsächlich wie ein großer Kraftstofftank im Fahrzeug verbaut und ist nur über einen Tankstutzen befüllbar. Da solche Riesenmengen an Gas für normale Wohnmobil-Urlauber eher nicht benötigt werden, findet man derartige Tanks hauptsächlich in Expeditionsfahrzeugen oder sonstigen „Dickschiffen“.

Interessanter für den Durchschnitts-Mobilisten sind da schon die Alu-Flaschen. In Form und Fassungsvermögen sind diese Aluminium-Behälter den Stahlflaschen gleich, sparen aber eine Menge an Gewicht, laut Herstellerangaben bis zu 75%. Ein weiterer Vorteil ist sicherlich die Korrosionsbeständigkeit. Wer seine Alu-Flaschen jedoch tauschen will, hat eher das Nachsehen, ist doch das Netz an Tauschmöglichkeiten sehr begrenzt (z.B. bei uns in Wuppertal nur an 2 Vertriebs-Stellen gegenüber zig Tankstellen, Baumärkten, Supermärkten etc., die Stahlfaschen tauschen).

Wesentlich gewinnbringender sind die Alu-Flaschen hingegen als Tankflaschen (s.o.), wo sie oft zum Einsatz kommen. Den Vorteilen stehen hierbei praktisch keinerlei Nachteile entgegen. Die Anschaffung solltet Ihr Euch also durchaus einmal überlegen.

Und nun noch ein „Schmankerl“. Wie wär´s mit einem Gasgrill? Gerade Camper schwärmen davon, sind sie doch sauber, leicht zu handeln und man muss nicht immer Kohle nachkaufen und entsorgen. Kleine Modelle arbeiten mit dem sogenannten „Camping-Gas“, das z.B. auch für Kocher oder Gasleuchten benutzt wird. Sicher habt Ihr die blauen Kartuschen, die es in verschiedenen Größen gibt, schon einmal gesehen. Aber warum Kartuschen kaufen, wir haben doch Gas an Bord? Richtig! Einziges Problem – wie schließe ich den Grill (oder die Lampe, den Kocher etc.) an?

Eine tolle Lösung für Gasgeräte, die man im Freien benutzt, ist ein Gas-Außenanschluss am Wohnmobil. Damit steht dann quasi eine „Gas-Steckdose“ zur Verfügung, die man auf verschiedenste Weise nutzen kann. Bei Interesse fragt einfach mal bei einem Fachmann nach, der Einbau kostet nicht die Welt und eröffnet ganz neue Möglichkeiten.

Was im Notfall, also z.B. bei Gasgeruch, undichten Schläuchen oder Ventilen etc. zu tun ist, erfahrt Ihr auf unserer Seite > Sicherheit.

Auch Teile von Gasanlagen können trotz aller Vorkehrungen einmal kaputtgehen. Ganz gleich, welche Arbeiten im Falle einer notwendigen Reparatur vorzunehmen sind, Hobby-Bastler gefährden sich und andere erheblich! Lasst solche Instandsetzungen ausschließlich von Fachleuten (am besten in der Werkstatt Eures Wohnmobil-Händlers) vornehmen und legt nicht selbst Hand an! Mit Gas ist nicht zu spaßen!